Wieder unterwegs in der Emilia Romagna

Morgens früh um 6 kocht die kleine Hex, wir dagegen kochen Kaffee und geben unser Auto beim Schrauber des Vertrauens ab, dann radeln wir bei Temperaturen um den Gefrierpunkt durch das eisige Innsbruck und vertrödeln den Vormittag in diversen Geschäften.

So gerät man in Gefahr, nicht unbedingt notwendige Anschaffungen zu tätigen: eine Butterbreze, zwei Capucchini, ein Mundwasser, vier Geschirrtücher, eine Zitrone und ein halbes Pfund Kaffee (bio und fair!).

Hurra! Mittags hat unser VW-Bus einen neuen Herzschrittmacher. Der strahlt glänzend und sauber aus dem eher modrig-dunkel rostigen Inneren des tieferen Motorraums hervor. War ja auch kein Schnäppchen.

´´Nun fahren wir sogar – scheißtderhundinsfeuerzeug – auf die Autobahn, um ein wenig Strecke zu machen – undderbauerdenktesblitzt. Einiges in der Gegend kennen wir ja schon von früheren Reisen. Bis Mantua kommen wir. Und wir finden, die Stadt ist nach wie vor eine echte Empfehlung, besonders in der Nebensaison!

Im Rückspiegel schrumpfen die Alpen zusammen, während wir die Poebene durchqueren und gleichzeitig wachsen die schneebedeckten Ausläufer des Appenin in die Höhe. Wir passieren nicht nur hunderte Kreisverkehre, sondern auch Modena, Bologna und Imola um mit einem Drift nach links in die Hügel, Weingärten und Olivenhaine rund um Brisighella einzubiegen.

Das verschlafene Dorf scheint von der modernen Zeit vergessen zu sein, einzig das berühmte Olivenöl und der lokale Wein scheinen den Menschen ein Auskommen zu verschaffen, sonst ist sehr wenig los. Die mittelaterliche Burg und der Uhrturm bieten ebenso malerische Ansichten wie die Gässchen und die verfallenden Palazzi. Wir übernachten passenderweise am Friedhofsparkplatz.

Auf nach Bologna

Wir sind wieder unterwegs, diesmal ohne Bus und ohne Boot, sondern klimafreundlich per Eisenbahn. Der erste Reiseabschnitt führt uns nach Rosenheim, wider Erwarten ohne Zwischenfälle oder größere Verspätungen der DB. Ab hier reisen wir mit der ÖBB, jetzt kann eigentlich nichts mehr passieren. Bei strahlendem Sonnenschein überqueren wir die Alpen: Kufstein, Innsbruck, Brenner, Bozen, Trento, Verona und schließlich die Emilia Romana ziehen an den Zugfenstern vorbei.

Wir sind überrascht, wie schnell das Reisen im Zug geht. Normalerweise sind wir ja meist mit unserem alten Bus unterwegs, zockeln mit Tempo 80 über die Landstraßen und lassen kaum eine Gelegenheit aus, die Fahrt zu unterbrechen: Hier ein Kaffee, dort ein Bad im See oder eine unerwartete Sehenswürdigkeit, die man spontan in den Reiseplan aufnimmt.

Südtirol – Berge und Obstplantagen

und Wein

und noch mehr davon.

In Bologna angekommen sind wir letztendlich mit 20 Minuten Verspätung, aber das macht überhaupt nichts aus. Unsere Unterkunft liegt fußläufig in Bahnhofsnähe, wir spazieren noch ein wenig durch die Stadt und genießen das warme, schöne Wetter und die schöne Atmosphäre.