La Grassa

La Grassa oder die Fette wurde die Stadt wegen ihres Reichtums und ihrer kulinarischen Besonderheiten wie zum Beispiel ragu alla bolognese genannt. Die Ursprünge der Stadt gehen auf die Etrusker im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Im Palazzo Pepoli informieren wir uns umfassend über die Geschichte der Stadt von der Epoche vor den Römern bis heute.

Doch der Reihe nach: Am Morgen stürzen wir uns in Abenteuer Leihfahrrad. Man braucht – wie könnte es anders sein – eine App. Und mobiles Internet. Anfangs funktioniert noch alles, wir besteigen unsere zwei Klapperkisten und radeln ins historische Zentrum. Doch später soll es anders kommen.

Zunächst besichtigen wir das Universitätsviertel. In Bologna steht nämlich die älteste Uni der Welt, gegründet 1088. Die Arkaden und die rote Farbe der großteils noch mittelalterlichen Häuser sind weltberühmt.

Die Studentenschaft scheint ziemlich links, jedenfalls gibt es jede Menge politischer Graffitis und Parolen an den Wänden der altehrwürdigen Mauern zu lesen.

Wir erkunden die wunderschöne und sehr gut erhaltene Altstadt, deren Wahrzeichen unter anderen die Basilika de San Petronio, übrigens die sechstgrößte Kirche Europas und bis heute unvollendet, sowie die Due Torri, zwei stark geneigte mittelalterliche Türme sind.

Ein weiteres Highlight sind die Sette Chiese, ein romanisch-gotischer Komplex von sieben ineinander verschachtelten Kirchen sowie der quirlige Flohmarkt davor.

Es wird immer belebter in der Innenstadt, offenbar ist ganz Bologna auf den Beinen. Die Straßencafés und Bars sind alle gut besucht, ein Markt lädt zum Flanieren ein, doch wir wollen weder Blumen noch Antiqitäten herumschleppen.

Auf dem Heimweg sammeln wir weitere Eindrücke: Zum Beispiel wie man hier parkt, ein Canale fast wie in Venedig, ein Markt für Kleidung.
Wir sind nun viele Kilometer gelaufen und müde – aber die Leihräder können wir nicht entsperren. Kein Internet! Also laufen wir noch ein paar Kilometer zur Unterkunft.

Auf nach Bologna

Wir sind wieder unterwegs, diesmal ohne Bus und ohne Boot, sondern klimafreundlich per Eisenbahn. Der erste Reiseabschnitt führt uns nach Rosenheim, wider Erwarten ohne Zwischenfälle oder größere Verspätungen der DB. Ab hier reisen wir mit der ÖBB, jetzt kann eigentlich nichts mehr passieren. Bei strahlendem Sonnenschein überqueren wir die Alpen: Kufstein, Innsbruck, Brenner, Bozen, Trento, Verona und schließlich die Emilia Romana ziehen an den Zugfenstern vorbei.

Wir sind überrascht, wie schnell das Reisen im Zug geht. Normalerweise sind wir ja meist mit unserem alten Bus unterwegs, zockeln mit Tempo 80 über die Landstraßen und lassen kaum eine Gelegenheit aus, die Fahrt zu unterbrechen: Hier ein Kaffee, dort ein Bad im See oder eine unerwartete Sehenswürdigkeit, die man spontan in den Reiseplan aufnimmt.

Südtirol – Berge und Obstplantagen

und Wein

und noch mehr davon.

In Bologna angekommen sind wir letztendlich mit 20 Minuten Verspätung, aber das macht überhaupt nichts aus. Unsere Unterkunft liegt fußläufig in Bahnhofsnähe, wir spazieren noch ein wenig durch die Stadt und genießen das warme, schöne Wetter und die schöne Atmosphäre.