„Warnung vor Schnee und Eisglätte!“ plärrt es aus dem Handy, wenn wir die Route planen. Der Wind bläst kräftig aus Richtung Osten – aber Schnee? An San Marino, der ältesten Republik der Welt vorbei, geht es Richtung Süden, stets hinter einem netten Brummi, der uns Windschatten gibt. Rimini passieren wir, ohne Notiz davon zu nehmen. Unser Etappenziel heißt Urbino, ein schönes Städtchen auf einem Bergausläufer des Apennin. Auf den Straßenschildern wird auch bereits Florenz und Rom angekündigt, doch da wollen wir dieses Mal nicht hin.





Urbino ist sehr schön, eine Ansammlung aus mittelalterlichen und Renaissancebauten, imposanten Kirchen und einem Dom. Mit uns frieren einige Schulklassen auf dem zugigen Felsen, offenbar machen jetzt alle einen Schulausflug in Italien. Wir flüchten in den Palazzo Ducale (Dogenpalast), der eine bemerkenswerte Sammlung von Gemälden aus dem 14. bis 16. Jahrhundert beherbergt. Leider ist das beeindruckende Bauwerk auch nur mäßig beheizt.

Unser weiterer Weg führt uns über viele hundert Spitzkehren. Einige Abschnitte sind so steil, dass der erste Gang benötigt wird. Mehrfach verfahren wir uns, bis wir nach rund einer Stunde (für 18 km!) an unserem Agroturismo in einem abgelegenen Bergdorf bei Monte Calende ankommen. Gut, dass wir vorher noch getankt und eingekauft haben! Die Dusche tut sehr wohl, denn der Wind ist immer noch eisig – nur den Hühnern, die um den Bus herum picken, macht das offenbar gar nichts aus. Für uns gibt es Nudeln mit Fertigpesto.

