Wilhelmshaven und Marinemuseum

Wilhelmshaven ist eng verbunden mit dem dort 1869 gegründeten Übersee- und Miltärhafen. Zu jener Zeit wollte der Kaiser seinem internationalen Geltungsbedürfnis mit Kanonen und Kreuzern mehr Ausdruck verleihen. Man bemüht sich, im Marinemuseum die unrühmliche Rolle der kaiserlichen Seestreitkräfte in der deutschen Kolonialgeschichte einigermaßen kritisch darzustellen. Kaum zu glauben, dass die Männer angestachelt durch den Nationalismus begeistert in den ersten Weltkrieg zogen und sich auf den Schlachtfeldern zu Millionen abschlachten ließen. In den vernieteten Eisensärgen, den Kriegsschiffen und U-Booten starb man zu Tausenden den sogenennaten Heldentod, während in der Heimat die Menschen verhungerten. Auch über die schrecklich hohen Zahlen der Kriegstoten im zweiten Weltkrieg kann man sich im Marinemuseum informieren, wenn auch die großen Exponate wie U-Boote, Minensuchboot und Kriegsschiff Mölders eher Attraktionen für den ersten Blick darstellen. Mich überkommt eine ungute Beklemmung, wenn ich die Enge im Unterdeck spüre.

Kriegsschiffe
Kriegsschiff und U-Boot
Plakat von 1929
Enge im U-Boot

Auf der Hafenrundfahrt bestaunen wir mit Befremden die riesigen Kohlekraftwerke, die Anlandeterminals für Überseekohle für deren Betrieb, gigantische Kräne und Containerschiffe für bis zu 20.000 Container sowie ein Saugbaggerschiff, das ständig damit beschäftigt ist, die Fahrrinne für Schiffe mit bis zu 16 Meter Tiefgang freizubaggern. Welch ein Aufwand für unsere globalisierte Welt!

Im Jadebusen
Containerschiffe im Überseehafen
Containerschiff im Überseehafen
Verladekran

Überseehafen